Wer ein Haus bauen möchte, muss ein Grundstück haben. Soweit, so logisch. Doch worauf sollte ich als künftiger Eigenheimbesitzer bei der Suche nach einem Grundstück achten?

Das Grundstück am Waldrand, das Eckgrundstück in der Neubausiedlung oder die Baulücke in der Innenstadt – nicht nur preislich unterscheiden sich diese Baugrundstücke erheblich. Einige Kriterien bei der Grundstückssuche sind jedoch allgemeingültig:

  • Gute Anbindung an die örtliche Infrastruktur
  • Kindergärten, Schulen, Sportvereine
  • Verkehrsanbindung an den öffentlichen Nahverkehr
  • Restaurants, Kinos, usw.

Um seine künftige Nachbarschaft kennenzulernen, bietet sich ein ausgedehnter Spaziergang rund um das Grundstück an. Hier findet man bereits erste Hinweise auf Nachbarn, Geräuschkulisse und möglichen Baubedingungen.

Welche Arten von Grundstücken gibt es?

Wer in der Stadt bauen möchte, wird aufgrund des knappen Wohnraums häufig auf Baulücken angewiesen sein. Hierbei schließen sich oft Häuser beidseitig direkt an das Grundstück an. Einen entscheidenden Vorteil gibt es jedoch:

  • Die Grundstücke sind in der Regel bereits vollständig erschlossen. Dadurch sparen die Bauherren Geld und Zeit, denn steht die Genehmigung, können sie direkt mit dem Bau beginnen.

Bei Reihenhaussiedlungen sind die Eckgrundstücke besonders begehrt. Die Vorteile:

  • Eckgrundstücke bieten mehr Fläche und ggf. auch einen größeren Garten
  • Es gibt nur an einer Seite eine Grenze zum Nachbarn

Was man dabei bedenken sollte:

Es fällt eine doppelte Anliegergebühr an, wenn das Grundstück an zwei Straßen grenzt.

Warum die Grundstücksgröße entscheidend ist

Die Größe des Grundstücks sollte nicht nur den eigenen Bedürfnissen entsprechen, sondern auch zum geplanten Haus passen. Ein Bungalow nimmt naturgemäß eine größere Baufläche auf dem Grundstück ein, denn hier befinden sich alle Räume auf einer Ebene. Eine Doppelhaushälfte hingegen ist raumsparender.

Grundsätzlich muss jedes Haus einen Mindestabstand zum Nachbargrundstück einhalten. Wie groß dieser Abstand ist, richtet sich nach der Höhe der Außenwand und beträgt mindestens drei Meter.

Hier einige grobe Richtwerte:

  • Für ein freistehendes Einfamilienhaus sollte daher eine Grundstücksfläche von 400 bis 600 Quadratmetern eingeplant werden.
  • Ein Reihenhaus benötigt etwa 120 bis 140 Quadratmeter.

Unbedingt zu beachten ist:

  • Wer direkt an der Grundstücksgrenze bauen will, braucht das Einverständnis seines Nachbarn und eine spezielle Genehmigung vom zuständigen Bauamt.
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Auf gutem Grund gebaut: Der Grundstücksboden

Ein Blick auf den Boden des Grundstücks lohnt sich in jedem Fall. Nicht jeder Boden eignet sich optimal für den Hausbau.

Hier einige Beispiele:

  • Ein hoher Anteil an Lehm, Ton oder Steinen kann die Bodenarbeiten erschweren.
  • Für die Gartenanlage ist ein fester Boden nicht die beste Basis
  • Hohe Grundwasserstände können den Wunsch nach einem Keller verteuern.

Gleiches gilt für Altlasten: Ist der Baugrund mit Schadstoffen belastet, muss der Besitzer für die Sanierung aufkommen. Deshalb sollten Bauherren sich mit der Geschichte des Grundstücks beschäftigen. In der Regel ist das örtliche Umweltamt, die Bodenschutz- und Altlastenbehörde oder auch das Bergbauamt auskunftspflichtig.

BauIdee Wohlfühl-Häuser GmbH als Partner von Deutsche Bauwelten baut grundsätzlich nur nach Vorlage eines Bodengutachtens. Daran werden hohe Anforderungen gestellt – zum Schutz der Bauherren. Die empfohlenen Geologen kennen die verschiedenen Haustypen und die Anforderungen an den Baugrund ganz genau. Das schafft von Anfang an Sicherheit.

Der Bebauungsplan – das A und O bei der Hausplanung

Welches Haus auf dem ausgewählten Grundstück gebaut werden darf, schreibt oft der Bebauungsplan vor. Bei vielen Grundstücken dürfen nur bestimmte Haustypen errichtet werden.

Diese Kriterien gelten dabei:

  • Form und Höhe des Hauses
  • Dachform
  • Geografische Ausrichtung
  • Architektonische Orientierung an der bestehenden Nachbarschaft

Möchte man ein allzu individuell geplantes Haus auf dem Grundstück errichten, bedarf es einer besonderen Genehmigung. Hier sollte der Bauherr in jedem Fall eine Bauvoranfrage schriftlich bei der Bauaufsichtsbehörde einreichen. Erst eine Zustimmung gibt endgültige Sicherheit

Zu Guter Letzt: Reicht mein Geld?

Zum eigentlichen Grundstückspreis fallen Nebenkosten wie Grunderwerbssteuer, Notargebühren und Gebühren für den Grundbucheintrag an. Die Grunderwerbssteuer beträgt je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises. Für den Notar muss nochmals rund 2% kalkuliert werden.

Für den Fall, dass das Grundstück von einem Makler vermittelt wurde, sind in der Regel 3 bis 6 Prozent Maklercourtage zuzüglich Mehrwertsteuer vom Kaufpreis aufzuwenden. Und falls das Grundstück noch nicht vermessen wurde, fallen auch hier weitere Kosten an. Nicht vergessen sollte man die Hausanschlusskosten wie Strom, Wasser, Abwasser, Telefon, Gas , Fernsehen. Häufig wird eine Zisterne vorgeschrieben. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer zuständigen Gemeinde, da auch hier einige 1000 Euro einkalkuliert werden müssten.